Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Kostenloser Versand ab 50€ (DE)
Versand innerhalb von 24h
60 Tage Geld-Zurück-Garantie
Hotline 07134 - 9198747

Kernbohrung selber machen: Anleitung, Gerät, Bohrkrone und Kosten

Die Kurzantwort: Eine Kernbohrung bis etwa 160 mm Durchmesser durch Mauerwerk oder eine unbewehrte Wand können Sie mit einem geliehenen oder gekauften Kernbohrgerät selbst machen – trocken mit Absaugung in Kalksandstein und Ziegel, nass in Beton. Ab 160 mm, bei Stahlbeton mit Bewehrung, in tragenden Bauteilen oder wenn Leitungen im Weg sein könnten, gehört die Arbeit auf einen Bohrständer und meist in Profihände. Für die üblichen Aufgaben – Dunstabzug 150 mm, Abwasserrohr DN 100 mit der 132er-Krone, Wärmepumpen-Leitungen mit 152 mm – reicht ein Kernbohrgerät mit der richtigen Diamantbohrkrone, eine Stunde Zeit und Sorgfalt beim Ansetzen. Diese Anleitung zeigt, wie es geht, was es kostet und wo die Grenze zur Eigenleistung liegt.

Kernbohrung durch eine Ziegelwand mit Kernbohrgeraet und Diamantbohrkrone

Kann ich das selbst machen? Die ehrliche Grenze

Drei Fragen entscheiden. Welches Material? Kalksandstein, Ziegel, Poroton, Bimsstein und unbewehrter Beton sind machbar. Stahlbeton mit Bewehrung ist es mit Handgerät nicht – die Krone verhakt sich am Stahl, das Gerät schlägt aus der Hand. Welcher Durchmesser? Bis 80 mm reicht eine kräftige Bohrmaschine mit Trockenkrone, bis 160 mm ein handgeführtes Kernbohrgerät, darüber braucht es Bohrständer und Kernbohrmotor. Was ist in der Wand? Vor jeder Bohrung mit dem Leitungssucher prüfen – Strom, Wasser, Heizung. In tragenden Wänden und Decken ist eine Durchführung bis etwa 150 mm statisch meist unkritisch, größere Öffnungen gehören abgestimmt. Wenn eine der drei Fragen unsicher ist, kostet der Fachbetrieb 150 bis 300 Euro pro Bohrung – weniger als ein durchbohrtes Wasserrohr.

Das brauchen Sie

  • Kernbohrgerät (Leihgerät ab ca. 60 Euro/Tag oder Kauf) – oder für kleine Durchmesser ein Bohrhammer mit abschaltbarem Schlag
  • Diamantbohrkrone im passenden Durchmesser mit passender Aufnahme (1¼" UNC beim Kernbohrgerät, M16 oder SDS bei der Bohrmaschine)
  • Zentrierbohrer oder Zentrierhilfe für den Anbohrvorgang
  • Trocken: Absaugung mit M-Klasse-Sauger · Nass: Wasseranschluss oder Drucktank, Wasserfangring, Nasssauger
  • Leitungssucher, Bohrschablone oder Wasserwaage, Kreppband, Schutzbrille, Gehörschutz, FFP2
  • Bei dicken Wänden: Verlängerung für die Krone

Welche Bohrkrone für welches Rohr?

Der Kronendurchmesser ist der Rohraußendurchmesser plus 10 bis 20 mm Spiel für Dämmung und Abdichtung. Die gängigen Zuordnungen: DN 100 Abwasserrohr (110 mm außen) → Krone 132 mm. DN 125 → 152 mm. Dunstabzug 150 mm → 162 mm. Wärmepumpe mit gedämmten Kälteleitungen und Kabeln meist 100 bis 152 mm, je nach Leitungspaket. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung → 162 bis 202 mm. Kleinere Durchführungen für Kabel, Klimaanlagen-Leitungen und Abluft von Trocknern liegen bei 50 bis 82 mm. Nass- oder Trockenkrone richtet sich nach dem Material: Trockenbohrkronen mit Absaugung für Mauerwerk, Nassbohrkronen mit Wasser für Beton – eine Trockenkrone in Beton verglüht, eine Nasskrone ohne Wasser ebenso.

Anleitung: Kernbohrung in 8 Schritten

  1. Position festlegen: Innen und außen anzeichnen, Gefälle bedenken (Abwasser und Kondensat brauchen 1 bis 2 Prozent nach außen), mit dem Leitungssucher die Umgebung absuchen – auch versetzt, denn Leitungen laufen schräg.
  2. Anbohren: Zentrierbohrer einsetzen oder eine Bohrschablone (Brett mit Loch) anlegen, Krone ohne Schlag langsam ansetzen, bis die Segmente eine Führungsrille haben. Alternativ die Krone im 15-Grad-Winkel ansetzen und aufrichten wie beim Fliesenbohrer.
  3. Trocken bohren (Mauerwerk): Absaugung anschließen, Gerät ohne Schlag mit gleichmäßigem, mäßigem Druck führen. Alle 20 bis 30 Sekunden kurz zurückziehen, damit Bohrmehl abgesaugt wird und die Krone kühlt.
  4. Nass bohren (Beton): Wasserfangring aufkleben, Wasser durch die Spindel oder von außen zuführen – so viel, dass Schlamm milchig austritt, nicht klar. Nasssauger daneben.
  5. Drehzahl beachten: Große Kronen brauchen niedrige Drehzahl, kleine hohe. Bei Kernbohrgeräten mit Getriebe den Gang nach Kronendurchmesser wählen (Angaben in der Anleitung).
  6. Bohren bis zum Durchbruch: Kurz vor dem Durchbruch Druck reduzieren, damit auf der Rückseite kein Stück ausplatzt. Bei Außenwänden idealerweise von außen nach innen bohren – der Ausbruch liegt dann innen unter Putz.
  7. Kern entfernen: Den Bohrkern mit einem Schraubendreher oder Keil brechen und herausziehen; bei tiefen Bohrungen in Etappen bohren und Kern jeweils entfernen.
  8. Abdichten: Rohr einsetzen, Ringspalt mit Mörtel oder Montageschaum füllen, außen wasserdicht abdichten (Dichtmanschette oder Abdichtband). Bei Wärmepumpen und Lüftung den Ringspalt zusätzlich dämmen.

Die häufigsten Fehler

Zu viel Druck ist der Klassiker: Diamant bohrt über Drehzahl, nicht über Kraft – wer drückt, überhitzt die Segmente und poliert die Krone. Schlag eingeschaltet: Der Bohrhammer-Schlag zerstört Diamantsegmente sofort. Falsche Krone fürs Material: Trockenkrone in Beton, Nasskrone ohne Wasser. Kein Leitungssucher: Der teuerste Fehler überhaupt. Und: die Krone in einem Zug durchziehen, ohne den Kern zwischendurch zu lösen – bei dicken Wänden klemmt der Kern die Krone fest.

Was kostet eine Kernbohrung?

Selbst gemacht: Leihgerät 60 bis 100 Euro pro Tag, Bohrkrone 60 bis 150 Euro je nach Durchmesser (bleibt für weitere Bohrungen), Kleinmaterial 20 Euro – für eine einzelne Bohrung also 150 bis 250 Euro, für die zweite nur noch der Aufwand. Wer regelmäßig bohrt, kauft ein Kernbohrgerät ab etwa 400 Euro und ist nach drei Bohrungen im Plus. Fachbetrieb: 150 bis 300 Euro pro Bohrung in Mauerwerk, 250 bis 500 Euro in Stahlbeton, plus Anfahrt – dafür mit Statikprüfung, Versicherung und Schadenshaftung. Die ehrliche Einordnung: Eine Dunstabzugs- oder Abwasserbohrung durch die Ziegel-Außenwand ist gute Eigenleistung; eine Bohrung durch die Stahlbetondecke ist es nicht.

Unsere Empfehlungen

Häufig gestellte Fragen zur Kernbohrung

Eine 132-mm-Krone – das 110-mm-Rohr plus Spiel für Abdichtung. In Mauerwerk trocken mit Absaugung, in Beton nass.

Je nach Leitungspaket 100 bis 152 mm – die Kälteleitungen sind gedämmt und brauchen Platz; der Installateur nennt das Maß. Im Zweifel 152 mm, der Ringspalt wird gedämmt.

In Kalksandstein, Ziegel und Poroton ja, mit Trockenbohrkrone und Absaugung. In Beton meist nicht – dort braucht die Krone Wasser zum Kühlen und Spülen.

Durch eine 36er-Ziegelwand mit 132er-Krone etwa 10 bis 20 Minuten reine Bohrzeit, in Beton doppelt so lang; mit Vorbereitung und Abdichtung eine Stunde.

Welche Krone zu Ihrem Rohr und Ihrer Wand? WhatsApp oder 07134 9198747.