Granit schneiden mit der Flex: Anleitung, richtige Scheibe und Kosten
Die Kurzantwort: Granit schneiden Sie mit dem Winkelschleifer („Flex") und einer Diamanttrennscheibe für Naturstein – weiche Bindung, Turbo- oder geschlossener Rand, 125 mm für Platten bis etwa 35 mm, 230 mm für Blockstufen und Bordsteine. Entscheidend sind wenig Druck, ein flacher Vorritz-Durchgang und Kühlung, am besten nass. Eine Beton- oder Universalscheibe poliert auf Granit binnen Minuten und schneidet dann nicht mehr. Diese Anleitung erklärt Scheibenwahl, Technik für ausbruchfreie Kanten, den Umgang mit dicken Blockstufen und was es kostet, Granit schneiden zu lassen.
Warum Granit die Scheibe stumpf macht
Granit hat eine Ritzhärte von 6 bis 7 und ist wenig abrasiv – er schmirgelt die Metallbindung einer Diamantscheibe kaum ab. Genau das ist das Problem: Damit ständig frische Diamanten freigelegt werden, muss sich die Bindung mit abnutzen. Eine Betonscheibe mit harter Bindung tut das auf Granit nicht, die Diamanten stumpfen ab, die Scheibe ist „poliert" und schneidet nur noch mit Qualm und Druck. Naturstein-Scheiben haben deshalb eine weiche Bindung, die den Diamant früh freigibt – sie verschleißen schneller, schneiden aber durchgehend. Der zweite Faktor ist die Kante: Granit ist spröde, an der Oberkante platzen Körner aus, wenn die Scheibe zu grob segmentiert ist oder zu schnell vorgeschoben wird.
Welche Diamanttrennscheibe für Granit?
| Aufgabe | Scheibe | Groesse |
|---|---|---|
| Küchenarbeitsplatte, polierte Sichtkante | Geschlossener Rand oder Turbo, dünn (1,4–2 mm), weiche Bindung | 115–125 mm (Nassschnitt bevorzugt) |
| Terrassen- und Bodenplatten 2–4 cm | Turbo-Segmente, weiche Bindung | 125 mm oder 230 mm |
| Blockstufen, Bordsteine, Palisaden | Segmentiert, weiche Bindung, hohe Segmente | 230 mm oder 300–350 mm am Trennschleifer |
| Granitpflaster | Segmentiert oder Turbo, weiche Bindung | 230 mm / 350 mm |
Alle Varianten finden Sie in unserer Kategorie Diamanttrennscheiben für Granit und Naturstein. Nicht geeignet: Beton-, Asphalt- und günstige Universalscheiben – sie sind für abrasive Materialien gebunden und polieren auf Granit.
Nass oder trocken schneiden?
Nass ist bei Granit immer die bessere Wahl: Wasser kühlt Scheibe und Stein, bindet den quarzhaltigen Staub komplett und liefert die sauberste Kante. Auf der Steintrennmaschine oder dem Nassschneider ist das Standard; am Winkelschleifer geht es nur mit einer dafür freigegebenen Elektro-Maschine mit Wasserzufuhr – niemals mit Wasser an eine normale Netz- oder Akkumaschine. Trocken schneiden Sie mit dem Winkelschleifer im Freien oder mit Absaughaube, in kurzen Etappen mit Kühlpausen im Leerlauf, FFP2-Maske und Schutzbrille sind Pflicht.
Anleitung: Granitplatte mit der Flex schneiden
- Anzeichnen und abkleben: Schnittlinie mit Bleistift oder wasserfestem Stift markieren, bei polierten Flächen Malerkrepp entlang der Linie – schützt die Oberfläche und mindert Ausbrüche.
- Platte fixieren: Auf zwei Kanthölzern oder Styropor auflegen, sodass der Schnitt frei läuft und die Platte nicht federt. Große Platten mit Zwingen sichern.
- Vorritzen: Ersten Durchgang nur 2–3 mm tief entlang der ganzen Linie – der Ritz führt die Scheibe und verhindert Kantenabplatzer. Von der Sichtseite schneiden.
- In Etappen durchtrennen: Pro Durchgang 10–15 mm tiefer, wenig Druck, Scheibe nie verkanten. Bei 3 cm Platte sind das drei bis vier Durchgänge. Für lange gerade Schnitte ein Brett als Anschlag festklemmen oder eine Führungsschiene nutzen.
- Kühlen: Zwischen den Durchgängen die Scheibe 10 Sekunden im Leerlauf drehen lassen; beim Trockenschnitt spätestens alle 30–60 Sekunden.
- Kante finishen: Schnittkante mit dem Diamant-Handschleifpad brechen (Korn 50, dann 100, 200); polierte Sichtkanten mit Nassschleifpads bis Korn 3000 wieder auf Glanz bringen – siehe unser Ratgeber Kanten schleifen.
Dicke Stücke: Blockstufen und Bordsteine aus Granit
Blockstufen mit 15 cm und mehr schneidet der 230er-Winkelschleifer (ca. 70 mm Schnitttiefe) nicht in einem Durchgang. Die bewährte Methode: von allen vier Seiten einschneiden – rundum anzeichnen, jede Seite so tief wie möglich schneiden, dann bricht der Reststeg mit Fäustel und Meißel oder einem gezielten Schlag kontrolliert durch. Die Bruchfläche liegt im Inneren und ist unsichtbar. Für viele Blockstufen oder Bordsteine ist der Benzin-Trennschleifer mit 350er-Scheibe (bis 125 mm Schnitttiefe) und Wasseranschluss die schnellere Lösung. Granitpflaster wird auf der Steintrennmaschine oder per Steinknacker gebrochen – geschnitten nur dort, wo die Kante sichtbar bleibt.
Was kostet es, Granit schneiden zu lassen?
Steinmetzbetriebe und Natursteinhändler schneiden auf Maß – je nach Region, Plattenstärke und Schnittlänge grob 15–40 € pro laufendem Meter, für polierte Kanten und Ausschnitte deutlich mehr; Arbeitsplatten-Zuschnitte werden meist pauschal berechnet. In Eigenleistung liegt die Investition bei 30–80 € für eine gute Naturstein-Scheibe, den Winkelschleifer vorausgesetzt. Die ehrliche Einordnung: Für eine polierte Küchenarbeitsplatte mit Sichtkante lohnt der Fachbetrieb mit Wasserschnitt und Kantenpolitur fast immer. Für Terrassenplatten, Blockstufen, Palisaden und alles, wo die Kante im Splitt oder unter dem Belag verschwindet, schneiden Sie mit der Flex genauso gut – und sparen ab der zweiten Platte.
Unsere Werkzeug-Empfehlungen aus der Praxis
- Die richtige Scheibe: Naturstein-Diamanttrennscheiben von PRODIAMANT in 115, 125 und 230 mm aus der Kategorie Granit & Naturstein.
- Die Maschine: Winkelschleifer von Flex und Makita – für Granit ideal mit Drehzahlregelung und Bremse; für Serien und Sichtkanten eine Steintrennmaschine.
- Für die Kante: Diamant-Handschleifpads und Nasspolierpads.
Häufig gestellte Fragen zum Granitschneiden
Unsicher, welche Scheibe zu Ihrem Stein passt? Schicken Sie uns ein Foto per WhatsApp – wir empfehlen Ihnen die passende Diamanttrennscheibe. Alle Naturstein-Scheiben finden Sie in der Kategorie Granit & Naturstein.